Aller Anfang ist schwer...

Wenn man einen Computer programmiert, muss man mit ihm in einer Sprache sprechen, die er versteht: einer Programmiersprache. Es gibt inzwischen sehr viele Sprachen und viele davon sind phantastisch. In diesem Tutorial habe ich meine Lieblingssprache gewählt, Ruby.

Außer dass sie meine liebste Sprache ist, ist Ruby auch noch die einfachste Sprache, die ich kenne (und ich kenne einige). Und dies ist der eigentliche Grund dafür, dass ich dieses Tutorial schreibe: ich habe mich nicht erst entschlossen, ein Tutorial zu schreiben und danach meine Lieblingssprache Ruby als Thema gewählt, sondern ich fand Ruby so leicht, dass ich beschlossen habe, es sollte ein Anfängertutorial darüber geben. Rubys Einfachheit hat dieses Tutorial initiiert, nicht nicht Tatsache, dass es mein Favorit ist. (Ein ähnliches Tutorial für die Sprachen C++ oder Java würde Hunderte von Seiten beanspruchen.) Aber denke nicht, dass Ruby eine reine Anfängersprache ist, nur weil sie leicht ist! Sie ist die stärkste und mächtigste Programmiersprache auf professioneller Ebene, die es je gab.

Wenn man etwas in einer menschlichen Sprache schreibt, so nennt man dies Text. Wenn man etwas in einer Programmiersprache schreibt, so heißt dies Code. Ich integriere viele Code-Beispiele in dieses Tutorial, meist sind es komplette Programme, die du auf deinem Computer ablaufen lassen kannst. Um die Prorgramm-Beispiele lesbarer zu gestalten, habe ich verschiedene Formatierungen verwendet:

Alles, was du als Programm-Code eingibst, hat diese Darstellung,
was das Programm beim Ablauf anzeigt, ist so formatiert,
und so sehen die Benutzereingaben aus.

Wenn du über etwas stolperst, was du nicht verstehst, oder wenn du eine Frage hast, die nicht beantwortet wurde, so schreib dir dies auf, und lies weiter! Wenn deine Frage bis zum letzten Kapitel nicht geklärt ist, so findest du dort einige Quellen, bei denen du nachfragen kannst. Da draußen gibt es viele tolle Leute, die dir gerne helfen; du musst nur wissen, wo du sie findest.

Aber jetzt solltest du Ruby erst mal installieren.

Windows-Installation

Die Windows-Installation von Ruby ist ein Kinderspiel. Erst einmal lädt man den Ruby Installer herunter. Wahrscheinlich sind verschiedene Versionen zur Auswahl. Dieses Tutorial basiert auf Version 1.8.4, also solltest du mindestens diese verwenden. (Ich würde die neuste verwenden!) Danach startest du das Installaionsprogramm. Es wird dich nach dem Installationspfad fragen. Wenn es keinen speziellen Grund dagegen gibt, verwende am Besten das vorgeschlagene Installationsverzeichnis.

Um zu programmieren, musst du Programme schreiben und Programme starten. Dafür benötigst du einerseits einen Editor und zum anderen eine Kommandozeile.

Der Ruby-Installer liefert auch einen kleinen Editor, der SciTE heißt: der Scintilla Text Editor. Du kannst ihn im Startmenü starten. Wenn du deinen Code mit farbiger Unterstützung haben willst, lade dir auch diese Dateien herunter und speichere sie in deinem SciTE-Ordner (c:/Ruby/scite bei der Standard-Installation):

Im Startmenü findest du unter Zubehör die Kommandozeile. Du musst zu dem Verzeichnis navigieren, in dem du deine Programme speichern willst. Verwende cd .., um eine Ebene höher zu gelangen, und cd ordnername, um in einen gewünschten Ordner zu wechseln. Um alles im aktuellen Verzeichnis zu sehen, tippe ls /ad.

... und damit hast du alles und bist bereit, Programmieren zu lernen!

Macintosh-Installation

Wenn du Mac OS X 10.2 (Jaguar) hast, dann ist Ruby bereits auf deinem System! Was könnte leichter sein? Unglücklicherweise kannst du Ruby auf Mac OS X 10.1 oder früher nicht nutzen, soweit ich weiß.

Um zu programmieren, musst du Programme schreiben und Programme starten. Dafür benötigst du einerseits einen Editor und zum anderen eine Kommandozeile.

Deine Kommandozeile findest du in der Terminalanwendung (unter Anwendungen / Zubehör).

Als Texteditor kannst du jeden beliebigen Editor verwenden, den du hast oder magst. Wenn du TextEdit nimmst, stelle sicher, dass du die Programme als reinen Text speicherst! Sonst wird es nicht funktionieren. Andere Möglichkeiten sind der Emacs, vi, pico, die du alle von der Kommandozeile aus erreichst.

... und damit hast du alles und bist bereit, Programmieren zu lernen!

Linux-Installation

Erst einmal solltest du überprüfen, ob Ruby schon installiert ist. Tippe which ruby. Wenn es irgendwas wie "/usr/bin/which: no ruby installed" (=kein Ruby installiert) sagt, musst du Ruby herunterladen, ansonsten überprüfe einmal, welche Version installiert ist, indem du ruby -v tippst. Wenn sie älter ist als der letzte stabile Build auf der eben erwähnten Download-Seite, willst du vielleicht einen Upgrade durchführen.

Wenn du root bist, brauchst du wahrscheinlich keine Hinweise, wie du Ruby installierst, ansonsten frag am Besten deinen Systemadministrator, es für dich zu installieren. (Auf diese Weise kann jeder im System es nutzen.)

Sonst kannst du es installieren, dass nur du es nutzen kannst. Schiebe die herunter geladene Datei in ein temporäres Verzeichnis, wie etwa /tmp. Lautet der Name ruby-1.6.7.tar.gz, so öffnest du die Datei mit tar zxvf ruby-1.6.7.tar.gz. Wechsel in das entstandene Verzeichnis (im Beispiel cd ruby-1.6.7).

Passe deine Installation an durch ./configure --prefix=. Danach tippe make und dein Ruby-Interpreter wird erzeugt werden. Im Anschluss tippe make install, was den Interpreter installiert.

Schließlich willst du noch /bin zu deinem system pfad hinzufügen. Dafür musst du %HOME/.bashrc anpassen. (Log dich dann aus und wieder ein, damit die Änderungen übernommen werden.) Teste als Abschluß noch deine Installation ruby -v. Wenn du nun mit der installierten Version einverstanden bist, kannst du die Dateien in /tmp löschen (oder dorthin verschieben, wo du sie für gewöhnlich aufbewahrst).

... und damit hast du alles und bist bereit, Programmieren zu lernen!